Wozu Paartherapie?

Wir alle hätten gerne, dass Zuneigung, Liebe, Zufriedenheit/Glück in Beziehungen ohne unser Zutun bestand haben. Immer mehr Menschen sind bereit zu erkennen, dass Liebe eine Aktivität ist, und eine funktionierende Partnerschaft über lange Zeit Höhen und Tiefen durchmacht und manchmal viel Arbeit erfordert, d.h. unaufhörliche gegenseitige Bemühungen um Respekt, Wertschätzung, Toleranz für die Andersheiten des anderen und Balance zwischen Freiheit und Bindung sowie die Bereitschaft, den grauen Alltag als Begebenheit des Lebens zu akzeptieren, genügend Zeit füreinander aufzubringen und schließlich Formen des Verzeihens zu finden, denn ohne Schuld und Vergebung kann keine langfristige Beziehung bestehen. Der Lohn für diese Mühe ist groß, denn nichts gibt uns so sehr das Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Zugehörigkeit wie die gemeinsame Geschichte einer langfristigen Partnerschaft.

Wenn der gemeinsame Weg in einer Sackgasse zu enden scheint kann professionelle Unterstützung helfen durch Anleitung zu mehr konstruktiver Kommunikation neue Perspektiven zu erschließen, da die Partner so ein besseres Verständnis und mehr Einfühlungsvermögen füreinander gewinnen. Immer wiederkehrende alltägliche Konflikt sind nicht das Problem, sondern vielmehr eine Chance uns selbst und unsere Geschichte sowie den Partner noch besser kennenzulernen, denn die Ursachen für Streit finden wir meist in unserer eigenen Vergangenheit und die Situation im Hier und jetzt ist nur ein Auslöser für Frustrationen wie wir sie schon aus frühester Kindheit kennen, weshalb wir gelegentlich auch überreagieren, sodass die Intensität unserer Gefühle der aktuellen Situation nicht angemessen scheint. Diese Konflikte werden sich auch mit einem anderen Menschen in irgendeiner Form wiederholen und sind nicht mit einem Partnerwechsel aufzulösen.

Natürlich kann es auch vorkommen, dass zwei Menschen sich unerwartet in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Dann kann eine Therapie helfen loszulassen und den Mut zu finden sich zu trennen bzw. statt eines plötzlichen Beziehungsabbruch einen würdigen, wertschätzenden Abschied zu finden.

Es klingt wahrscheinlich etwas befremdlich, aber eine Paartherapie können Sie auch alleine machen, wenn der Partner nicht motiviert ist, oder Sie allein für sich der Unzufriedenheit in der Partnerschaft auf den Grund gehen wollen, sich sich wiederholende Beziehungsmuster anschauen und herausfinden wollen, wie Sie mit dem Partner am besten umgehen. Vielleicht sind Sie auch Single und erleben die Partnersuche als frustrierend oder haben den Eindruck immer an die (den) Falsche(n) zu geraten. Die Analyse Ihrer Erwartungen und Beziehungsmuster, die ihren Ursprung womöglich schon in frühester Kindheit haben, kann helfen Ihre Suche nach dem passenden Partner bewusster und erfolgreicher zu gestalten. Menschen, die sich für niemanden entscheiden können, sich nicht einlassen können oder Nähe nicht aushalten können, können in einer Therapie besser verstehen, wie ihre Bindungsängste entstanden sind und haben so die Chance gegenzusteuern, sich Ängsten zu stellen, Vertrauen zu fassen und eine Balance von Nähe und Distanz zu finden.